Sevak und seine Familie sollen nach Armenien abgeschoben werden – Offener Brief des Vorstandes

Sehr geehrter Herr Landeshauptmann!
Sehr geehrter Herr Landeshauptmann-Stellvertreter!
Sehr geehrter Herr Bezirkshauptmann!

Wir sind zutiefst erschüttert über die Festnahme der Familie Simonyan in Pinkafeld, der nun die Abschiebung droht. Den mittlerweile zahlreichen Medienberichten konnten wir entnehmen, dass dieser Familie in ihrem Heimatland Armenien mit hoher Wahrsscheinlichkeit der Tod droht.

Selbstverständlich gehen wir davon aus, dass alle bisherigen Entscheidungen der österreichischen Behörden den gültigen Rechtsvorschriften entsprechen. Wir würden aber trotzdem begrüßen, wenn der Familie Simonyan das humanitäre Bleiberecht zugesprochen werden könnte.

Als Vorstände des Judoklubs Pinkafeld können wir insbesondere zum 15-jährigen Sohn der Familie, Sevak Simonyan Aussagen treffen. Sevak war von April 2010 bis Dezember 2012 beim PSV Salzburg – Judo Mitglied, danach für 4 Monate beim Judoteam Salzkammergut, ehe er im April 2013 nach Ankunft in Pinkafeld zum Judoklub Pinkafeld wechselte. Seitdem ist Sevak regelmäßig beim Vereinstraining und hat sich als freundlicher und höflicher Sportkollege und guter Judoka sofort und problemlos in unsere Trainingsgruppe integriert.

Wir haben ihn als zielstrebigen jungen Judoka kennen gelernt, der klare Ziele vor sich hat. Zum einen steht die nächste Gürtelprüfung zum grünen Gürtel am Programm. Weiters haben wir bereits über ein Programm zur Vorbereitung auf die österreichischen Meisterschaft U18 Ende September gesprochen (Anmerkung: Im österreichischen Judoverband dürfen in allen Nachwuchsklassen auch Nicht-Österreicher an den österreichischen Meisterschaften teilnehmen, sofern sie zumindest ein Jahr in Österreich leben und zur Schule gehen). Ebenfalls wissen wir, dass sich Sevak um einen Platz im BSSM Oberschützen beworben hat.

Aus unserer Sicht bemerkenswert ist vor allem auch, dass sowohl Sevak als auch seine Schwester, die ihn manchmal zum Training begleitet hat, hervorragend deutsch sprechen (sogar mit oberösterreichisch-salzburger Dialekt!!).

Wir hoffen, dass wir mit diesen Ausführung beitragen konnten, dass Sie sich ein besseres Bild über die Situation und die Familie machen können. Insbesondere die Argumente, die Familie sei nicht integriert und sei untergetaucht, sehen wir eindeutig als widerlegt.

Sehr gerne stehen wir für weitere Rückfragen zu Verfügung.

In der Hoffnung auf eine im Sinne der Menschlichkeit positiven Entscheidung
verbleiben wir mit den besten Grüße,

Dr. Martin Poiger eh.           Ing. Roland Poiger, MBA eh.
Obmann                                  Obmann-Stv.

PS: Wer helfen will bitte Online Petition unterschreiben: http://www.change.org/petitions/bleiberechtsantrag-der-familie-simonyan-genehmigen-und-leben-retten

Weiters gibt es am Montag um 9:00 bei der BH Oberwart eine Versammlung der Unterstützer
https://www.facebook.com/events/580133048687965/